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Freiwilligenarbeit für Studenten: Erste Berufserfahrungen

Viele Studierende bemühen sich während des Studiums einige Berufserfahrungen zu sammeln. Die Suche nach geeigneten Möglichkeiten erfordert jedoch Zeit und Mühe. Da nicht viele Unternehmen und Organisationen sind bereit, ihren feststehenden Arbeitsplan zu verändern, und der Wettbewerb um freie Stellen ist manchmal sehr hoch. Wegen der Pandemie ist alles noch komplizierter geworden. In diesem Fall kann man die bezahlte Arbeit aufgeben und nach Optionen für unbezahlte Beschäftigung – Freiwilligenarbeit – suchen.

Was ist Freiwilligenarbeit und was bringt sie?

Das ist ein freiwilliges Engagement für eine bestimmte Zeit in einer Einrichtung, Organisation oder in einem Projekt im Ausland. Dabei kannst du erste Erfahrungen in der Berufswelt sammeln und andere Kulturen kennenlernen. Hauptsächlich geht es dabei um deine ganz persönliche Entwicklung. Es gibt unglaublich viele verschiedene Arten von Freiwilligenarbeit, die sich in Dauer, Zielsetzung und Finanzierung unterscheiden. Hier ist ein kleiner Überblick.

Die staatlich geförderten oder doch besser kommerzielle Freiwilligendienste?

Zu den staatlich geförderten Freiwilligendiensten gehört beispielsweise das freiwillige soziale Jahr (kurz FSJ). Dieses kannst du in folgenden Bereichen leisten:

  • im sozialen Bereich;
  • im Kulturbereich;
  • im Sport;
  • in der Politik;
  • im ökologischen Bereich;
  • in der Denkmalpflege.

Weitere Optionen

Dem FSJ sehr ähnlich ist der Bundesfreiwilligendienst. Du kannst dich auf ganz verschiedene Arten in der Freiwilligenarbeit in Deutschland engagieren, wie:

  • Arbeit in Kindergärten, in Krankenhäusern oder Altenheimen;
  • Die Teilnahme an Sportveranstaltungen;
  • Freiwilligenarbeit im Umwelt- und Tierschutz, wie Ressourcenschonung oder Rettung und Behandlung obdachloser Tiere.

Vorteile bei den staatlich geförderten Freiwilligendiensten

Freiwilligenarbeit beinhaltet immer unterschiedliche Aufgaben. Die Dauer liegt in der Regel zwischen sechs und zwölf Monaten. Bei einem Ehrenamt wirst du nicht belohnt. Trotzdem wirst du bei staatlich geförderten Einsätzen mit einem Taschengeld ausgestattet und bekommst eine Unterkunft, Verpflegung und auch eine Versicherung.

Kommerzielle Freiwilligendiensten und Freiwilligenarbeit im Ausland

Bei kommerziellen Freiwilligendiensten musst du dich teilweise selbst um die Finanzierung kümmern, hier gibt es aber Unterschiede je nach Organisation.

Eine Freiwilligenarbeit im Ausland ist natürlich auch möglich. Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst „weltwärts“ und der IJFD – der internationale Jugendfreiwilligendienst – sind zum Beispiel staatlich geförderte Dienste. Sie werden zusammen mit Sende-Organisationen durchgeführt, die man Träger nennt.

Es gibt im deutschsprachigen Raum mehrere hundert Träger. Das können Kirchen, Vereine oder Nichtregierungsorganisationen (NGO) sein. Die meisten Angebote gibt es in Lateinamerika, Afrika und Asien. Die flexible Freiwilligenarbeit bietet aber auch Einsätze in der ganzen Welt an.

Ich will mich um ein Ehrenamt bewerben, wo soll ich anfangen?

Zuerst solltest du dir überlegen, ob du im In- oder Ausland arbeiten willst und welche Tätigkeiten dich interessieren.

Voraussetzungen

Es gibt auch einige Voraussetzungen, die du erfüllen musst. Bei den meisten Diensten solltest du eine Ausbildung oder einen Schulabschluss vorweisen und zwischen 18 und 28 sein. Deine finanziellen Verhältnisse sind auch wichtig, denn nicht jede Freiwilligenarbeit wird gefördert, manche kosten, wie gesagt, Geld.

Falls du dich für ein Projekt im Ausland bewirbst, solltest du auch Interesse an Fremdsprachen mitbringen und schon vorab ein bisschen lernen, um sich leichter vor Ort orientieren zu können. Alle diese Voraussetzungen und deine persönlichen Interessen bestimmen, welche Freiwilligenarbeit für dich überhaupt infrage kommt.

Die Fristen

Wenn du das geklärt hast, kannst du gezielt nach einem Projekt bei den Diensten, Trägern oder auf der Freiwilligenbörse suchen. Wenn du ein Projekt entdeckt hast, bewirbst du dich beim Träger.

Dabei musst du geduldig sein, denn eine Freiwilligenarbeit beginnt meistens zwischen August und Oktober. Deine Bewerbung erfolgt fast ein ganzes Jahr zuvor. Bei Einsätzen in Deutschland ist die Frist mit einem halben Jahr etwas kürzer.

Was benötige ich noch für die Bewerbung?

Du kannst dich meistens direkt online bewerben. Dazu benötigst du erst einmal ein Passfoto und einen Lebenslauf. Oft wollen die Organisationen auch dein letztes Schulzeugnis sehen. Dabei sind Noten aber nicht so wichtig.

Den passenden Bewerbungsbogen brauchst du auch noch. Den kannst du online bei der Trägerorganisation finden. Hier musst du Fragen zu deiner Person beantworten.

Ein Motivationsschreiben ist auch wichtig. Darin erklärst du, was dich persönlich zur Freiwilligenarbeit motiviert. Das ist besonders wichtig, weil dadurch die Organisation dich kennenlernt.

Ob du außerdem ein guter Fahrradfahrer bist oder erstklassige Kartoffelsuppe kochen kannst, musst du nicht unbedingt reinschreiben. Für jedes Projekt versuche nur passende Informationen über dich einzugeben. Zum Beispiel, für eine Stelle im Armenküche wäre die Fertigkeit, eine Suppe zu kochen, entsprechend.

Wenn du den Träger überzeugen kannst, wirst du zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Bei einem Projekt in Deutschland kannst du manchmal sogar einen Tag zur Probe mitarbeiten. Wenn dir dann klar ist, dass du die Stelle willst und der Träger dich auch mag – perfekt!

Erfahrung in der Freiwilligenarbeit ist immer von Vorteil

Als Freiwilliger kannst du etwas lernen, deine Fähigkeiten verbessern, neue Leute kennenlernen, exotische Orte besuchen und nützliche Erfahrungen sammeln. Freiwilligenarbeit wird auch vom Arbeitgeber geschätzt. Du kannst diese Erfahrung im Lebenslauf angeben, sogar wenn du keinen Papier-Nachweis erhalten hast.

Die Erfahrung der Freiwilligenarbeit zeigt, dass du sozial reif bist. Darüber hinaus ist es sinnvoll, deine Hauptaufgaben in diesem Job anzugeben. Wenn du Veranstaltungen organisiert, eine Gruppe koordiniert oder einfach neue Erfahrungen gesammelt hast, ist das gut in erster Linie für dich. Für den Arbeitgeber ist dies ein Signal dafür, dass du organisatorische Fähigkeiten, Teamfähigkeit und den Wunsch nach Entwicklung hast. Das zeichnet dich als aktive Person aus und erhöht wesentlich deine Berufschancen.

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